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Abenteuer im Nordosten Brasiliens

Von Belém über Sao Luis, Lençois, Canoa Quebrada nach Praia da Pipa

sunny 32 °C
View Pepsi goes south on pepsis's travel map.

Nach gut drei Monaten Funkstille im Blog, nehme ich mir wieder Mal die Zeit euch up zu daten! Also ich war einmal mehr auf Reisen, nur sind aus den geplanten drei Wochen schliesslich fast zwei Monate geworden. Wer schon mal in Brasilien war, kennt dies wohl aus eigener Erfahrung. Schliesslich ist das Land so immens gross und geizt absolut nicht mit seinen Schönheiten - von unberührter Wildnis, kolonialen Städten, menschenleeren Dünenlandschaften, endlos langen Stränden und westlichen Metropolen - hier ist alles zu finden!

Um dies alles zu entdecken, habe ich mich am 17. September zu unmenschlicher Zeit auf den Weg Richtung Flughafen gemacht! Dort habe ich dann einmal mehr (wie das beim Fliegen hier in Brasilien üblich ist) gewartet, gewartet und nochmals gewartet, bis der Flieger dann mit 7 Stunden Verspätung doch noch Richtung Belém abgehoben ist! Immerhin bin ich noch geflogen, die Airline ist nämlich in der Zwischenzeit gegroundet :-)

In Belém angekommen, habe ich dann als erstes die Docks am Amazonas angepeilt, um den weltgrössten Fluss zu bestaunen. Die braune Brühe hatte jedoch nichts mit meiner Vorstellung des von Urwald umgebenen Gewässers gemeinsam. Um dies zu sehen, hätte ich tiefer in den Amazonas eintauchen müssen, was ich jedoch aus gesundheitlichen Gründen (resp. fehlender Malariaprophylaxe) gelassen habe. Definitiv eindrücklicher als der Fluss war hingegen die Stadt selbst mit ihren kolonialen Gebäuden,
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den aufwendig restaurierten Docks am Fluss, belem_pipa_029.jpg
dem immensen Markt mit Früchten, Gemüsen, Kunsthandwerk, belem_pipa_041.jpg
Fischen, Fleischern belem_pipa_049.jpg
und Zaubermittelchen belem_pipa_057.jpg
und der stark indianisch geprägten Aura. Nachdem ich mir zwei Tage die Füsse wund gelaufen habe um jeden Winkel der Stadt zu erkunden, habe ich mir schliesslich auch eine Wundercreme für meine strapazierten Füsse gekauft. Zudem habe ich noch verschiedene Parfums angeschafft, darunter eines zum verführen und halten, eines um mich zu beschützen und eines damit mir das Glück hold ist! Mit diesen Zaubermittelchen im Gepäck bin ich nach zwei Tagen mit dem Nachtbus Richtung Sao Luis aufgebrochen. Wenn ich gewusst hätte, was mich auf der 12-stündigen Busfahrt erwartet, hätte ich definitiv noch ein Zaubermittelchen zum Schlafen gekauft. Ich war um jeden Zwischenhalt froh, bei dem ich aussteigen und ein bisschen Wärme tanken konnte. Im Bus herrschten schweizerisch winterliche Temperaturen, so dass ich selbst mit Faserpelz, Jeans und Turnschuhen, eingehüllt in Badetuch, Sarong und den seidenen Schlafsack noch am Schlottern war.

Zum Glück hat mich Sao Luis bereits frühmorgens mit viel Sonnenschein empfangen, so dass ich nach einer Stunde Aufwärmen im Busbahnhof meine Glieder wieder spüren und Richtung Stadt aufbrechen konnte. Ich habe mich dort in der Altstadt einquartiert, ein paar Stunden nachgeschlafen und dann bin ich los um das historische Zentrum, Unesco-Welterbe belem_pipa_112.jpg
, zu besichtigen. Sao Luis hat definitiv nicht zuviel versprochen, die Altstadt ist unglaublich schön, alles aufwendig restauriert, ich habe mich zeitweise wie in Frankreich gefühlt. Ausserdem kilometerlange menschenleere Strände, an denen in einfachen Holzbarracken frischester Fisch und tiefst gekühlte Biers serviert werden. Eine halbstündige Bootsfahrt von der Altstadt entfernt, liegt zudem Alcantara, eine Insel geprägt von alten kolonialen Ruinen und eindrücklichen Stränden. Da ich leider zur Nebensaison dort war, waren meine sozialen Kontakte äusserst eingeschränkt und so sass ich Abend für Abend alleine am Tisch und habe das Treiben in den Strassen beoachtet belem_pipa_130.jpg . Dann nach 5 Tagen bin ich mit dem Bus los nach Barreirinhas um das eigentliche Ziel meiner Reise zu bewundern, den Nationalpark Lençois. Meine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Was ich dort während 2 Tagen bestaunt habe, war unglaublich! Die zahlreichen beeindruckenden Fotos belem_pipa_330.jpg belem_pipa_278.jpg belem_pipa_384.jpg
, die mich letztlich an diesen Ort gelockt haben, wurden der Realität nicht gerecht, in Natura war alles noch viel umwerfender - man muss es mit eigenen Augen gesehen haben! Mit einem umgebauten Viehtransporter wird man in die Nähe der Dünen gebracht und dann geht es zu Fuss Dünen rauf und runter bis sich die erste Lagune vor einem ausbreitet! Selbstverständlich hat es nicht lange gedauert bis ich eingetaucht bin um mich abzukühlen. Nach diesem Ausflug hatte ich dann eigentlich vor mit einem Buggy (nicht unser Boogie) nach Jericoacoara loszudüsen, da ich gehört habe, dass dies ein ziemlich hipper Ort sei mit wunderschönen Stränden! Daraus ist jedoch nichts geworden, da die Reise 3 Tage in Anspruch genommen hätte und zudem die einzige Bank in diesem sehr touristischen Ort (Barreirinhas) keine ausländischen Karten akzeptiert hat. Ich war also gezwungen wieder zurück nach Sao Luis zu fahren und habe dort, nachdem ich Geld besorgt habe, den erstbesten Bus nach Fortaleza genommen und von dort gleich den nächsten Bus nach Canoa Quebrada.

Canoa Quebrada wird häufig mit Jeri verglichen, weshalb ich dann auch diese Destination angesteuert habe. Ich habe dort ein reizendes Dörfchen mit wunderschönen Stränden und einer einladenden Promenade voller Restaurants, Bars und kleinen Läden vorgefunden! Nachdem ich eine Stunde lang rumspaziert bin, habe ich eine sensationelle Unterkunft gefunden mit eigener Terrasse und Meerblick belem_pipa_422.jpg! Hier liess es sich ausspannen! Im Gegensatz zu Sao Luis oder Barreirinhas waren soziale Kontakte hier unumgänglich. So wurde ich gleich am ersten Abend auf die Vollmondparty am Strand aufmerksam gemacht und so bin ich um Mitternacht mit einer Gruppe junger Menschen Richtung Freedombar marschiert belem_pipa_489.jpg. Das war dann echt ein Erlebnis - barfuss am Strand, Reggae, Lagerfeuer und Capeta! Capeta ist sozusagen der Nationaldrink im Nordosten, nicht etwa der Caipirinha, nur dass dieses Getränk mehr oder weniger ungeniessbar ist. Eine Mischung aus Wodka, Guaranasirup und Guaranapulver, Kondensmilch und Schoggipulver - das muss man sich mal vorstellen. Ich musste dann auch mehrmals verlegen abwinken, wenn mir einer offeriert wurde. An dieser Party habe ich eine Gruppe junger Schweizer kennen gelernt, die welch ein Zufall noch aus Bern waren und einige meiner Freunde kannten! Ach war das gut, wieder mal Berndeutsch zu sprechen! Zudem habe ich in der Folge Abnehmer für die mir offerierten Capetas und Partner für einen Ausflug mit dem Buggy gefunden :-) belem_pipa_614.jpg5 Tage Beach waren dann jedoch genug und ich begab mich auf den Weg nach Praia da Pipa, von dem ich gehört habe, dass es noch schöner und charmanter sei. Zudem konnte ich dort nicht nur an der Sonne liegen, sondern auch surfen und mit Delfinen baden! Das schien mir eine ausgezeichnete Option, doch Pipa ist dann einen eigenen Eintrag wert, den ich in den nächsten Tagen schreiben werde!!

Posted by pepsis 12.11.2007 13:28 Archived in Tourist Sites | Brazil

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